„… wenn alle Ländergrenzen fallen…“

Flo LangbeinEin Interview mit Florian Langbein über seinen Text „Grenzen“.

  • Florian, du bist ein Slammer, der deutschlandweit seine Texte präsentiert und selbst Slams veranstaltet – was hat dich zu deinem Text „Grenzen“ inspiriert?

Naja, ich wollte hier die allgemeine Kriegsthematik mit der Situation, in der wir uns momentan befinden, verknüpfen. Es geht nicht spezifisch um den Krieg, von dem die hier angekommenen Flüchtlinge weglaufen, sondern um jeden Krieg, egal ob er in der Zukunft, in der Vergangenheit oder heute passiert. Vor allem geht es mir darum, auf die Ignoranz der Politik und der Politiker im Allgemeinen auf zeitlicher und geographischer Ebene aufmerksam zu machen.

  • Was und wen möchtest du mit deinem Text erreichen?

Mir geht es da nicht um eine spezifische Zielgruppe, ich möchte alle mit dem, was ich hier vortrage, erreichen. Ganz besonders möchte ich die Aufmerksamkeit natürlich auf diese Modewelle lenken, in der es erst hieß „Refugees Welcome“ und nun die Kehrtwende, in der die Grenzen geschlossen werden. Nun, so scheint es, ist kein Flüchtling mehr willkommen.

  • Du kritisierst in deinem Text ja die, die einmal die Woche mit Flüchtlingskindern spielen. Was ist denn deiner Meinung nach ein besserer Anfang zur Annäherung?

Nein, auf keinen Fall möchte ich diejenigen kritisieren, ich schätze das sehr und könnte mir keinen besseren Anfang vorstellen. Ich möchte damit nur den bitteren Zynismus ausdrücken, den ich angesichts der deutschen Regierung verspüre, die wie gesagt anfängt, Grenzschließungen in Europa gutzuheißen und zwielichtige Deals mit der Türkei abzuschließen.

  • Was für eine Lösung siehst du in der momentanen Situation?

Meine liebste Lösung wäre, wenn alle Ländergrenzen fallen, aber ich weiß natürlich, dass das realpolitisch niemals möglich sein wird. Ich sehe das Ganze recht realistisch und bin auch vorsichtig mit dem „Gutmenschentum“, denn wir sollten alle nicht vergessen, dass die Regierung in dieser Situation jetzt das Falsche macht. Jeder selbst kann helfen, indem er offen ist, aktiv auf Flüchtlinge zugeht und im besten Fall mit ihnen arbeitet.

Florian Langbein liest seinen Text „Grenzen“: Das Video steht Interessierten hier zur Verfügung.

Eine PDF-Datei zum Selberlesen gibt es hier.