Unterstützung bei der Suche nach Arbeit

Individuelle Beratung im Mittelpunkt

„Die Leute wollen unbedingt arbeiten. Nur der Weg zur Stelle ist oft alles andere als leicht.“ Sylvia ist eine von zwölf Ehrenamtlichen, die sich bei „Freund statt Fremd“ im Arbeitskreis Jobs engagieren. Ihre Aufgabenfelder sind ebenso vielfältig wie anspruchsvoll, jedoch immer auf den einzelnen Flüchtling bezogen. „Wir lernen den individuellen Hintergrund eines Menschen kennen und zeigen ihm dann eine sinnvolle Vorgehensweise auf.“ Dazu gehören etwa die Teilnahme an Sprachkursen, das Absolvieren von Praktika oder das Bemühen, erlernte Qualifikationen trotz fehlender Unterlagen unter Beweis zu stellen. „Flüchtlinge, die in der Heimat einen Handwerksberuf erlernt haben, können in lokalen Firmen probearbeiten. Die Handwerkskammer nimmt dann eine Einstufung vor, entscheidet also, ob der Flüchtling nun auf Gesellen- oder Meisterniveau tätig sein kann.“ Schwieriger ist die Situation etwa für Menschen aus Pflegeberufen. Um wieder in diesen Sektor einsteigen zu können, sind sehr gute Deutschkenntnisse vonnöten.

Schnittstelle zwischen Flüchtlingen und Firmen

Schließlich geht es im „AK Jobs“ aber auch um ganz praktische Aufgaben wie Beratung beim Erstellen des Lebenslaufes oder Begleitung zu Vorstellungsgesprächen. „Wir sehen uns als Mittler zwischen Flüchtlingen und ihren Paten auf der einen und Firmen beziehungsweise öffentlichen Stellen auf der anderen Seite.“ Erfreulich ist für Sylvia, dass seit Mitte 2015 vermehrt Förderprogramme für nicht mehr jugendliche Flüchtlinge angeboten werden. „Endlich wurde auch das Potential dieser Altersgruppe für den Arbeitsmarkt erkannt.“

Neumitglieder herzlich willkommen

Über neue Gesichter freuen sich Sylvia und ihre Mitstreiter immer. „Interessierte können uns eine E-Mail schreiben und dann gerne an einem unserer Treffen teilnehmen.“ Wer sich im „AK Jobs“ einbringen möchte, muss kein Experte für Arbeitsrecht sein. „Wir stellen unseren Neulingen umfassende Materialien zur Verfügung, mit welchen sie sich ein solides Grundwissen erwerben können.“ Wichtig seien vor allem Zuverlässigkeit, gesunde Disziplin und viel Geduld. „Unsere Arbeit kann sehr zäh sein – sie ist aber auch unwahrscheinlich lohnend.“

Kontakt zum Arbeitskreis: jobs@freundstattfremd.de

– Katharina Stahl –