Freund statt fremd wirbt 17 neue Paten an der Uni

BU: Eine gut funktionierende Patenschaft: Der Syrer Hamki und sein Pate Rudi. Wir haben darüber schon berichtet unter http://freundstattfremd.de/patenschaften-wie-aus-fremden-freunde-werden/#more-1803
Eine gut funktionierende Patenschaft: Der Syrer Hamki und sein Pate Rudi. Wir haben darüber schon einmal berichtet.

WANTED: Neue studentische Paten

Am 14. Oktober 2016 begrüßte die Bamberger Universität alle Erstsemester in diesem Jahr – und Freund statt fremd e.V. begrüßte erstmals mit. Nach Beendigung des offiziellen Teils im Audimax lud der bunt geschmückte Besucherstand im Rahmen einer Info-Messe zum Informieren ein. Zahlreiche interessierte Erstsemester nutzten die Chance, um direkten Kontakt zu den Patenschaftskoordinatorinnen zu suchen, die beide persönlich vor Ort waren. Zugleich war der Besucherstand Auftakt für den erfolgreichen Infoabend am Dienstag, den 25.10.2016, der ebenfalls in der Universität stattfand. Beide Aktionen waren höchst erfolgreich: Sie haben dem Patenschaftsprogramm 17 Interessenten für eine Patenschaft gebracht.

Zahlreiche Gäste folgten aufmerksam den Ausführungen der beiden Koordinatorinnen des Patenschaftsprogramms von Freund statt fremd beim Info-Abend im Marcus-Haus. Seit April 2015 vermitteln Yvonne und Sylvie Patenschaften und betreuen diese professionell im Umfang von 15 Stunden pro Woche. Sie arbeiten im engen Austausch mit Helfern, Netzwerkstellen sowie den Asylsozialberatern von Caritas und Arbeiterwohlfahrt (AWO). In ihren Sprechstunden vermitteln sie Paten an Asylsuchende – was nicht ganz einfach ist, denn sie wollen dabei sowohl den Vorstellungen der potentiellen Paten als auch der Asylsuchenden gerecht werden. Beim ersten Kennenlernen sind sie immer dabei und begleiten die Paten während der ganzen Patenschaft individuell und professionell. Außerdem organisieren sie Schulungen.

„Patenschaft heißt zu helfen und gleichzeitigen die Menschen zu befähigen, eigenständig im alltäglichen Leben klar zu kommen“, erklärt Yvonne den interessierten Studierenden. „Dabei ist das ehrenamtliche Tätigkeitsfeld breit gefächert“, ergänzt ihre Kollegin Sylvie: Ob zusammen ins Schwimmbad gehen, gemeinsam Tee trinken oder anstehende Behördengänge miteinander erledigen – die gemeinsame Gestaltung liegt ganz in den Händen der jeweiligen Patenschaften.

Die aktive Patin Jenni, die an diesem Abend mit ihrer Patenfamilie eingeladen war, von ihren Erfahrungen zu erzählen, ergänzt: „Aber der Spaß steht immer im Vordergrund.“ Das bestätigten die 13-jährige Atifa und ihre Mutter Nasibah aus Afghanistan, die sich regelmäßig mit Jenni treffen. Die Drei boten den Interessierten auf sympathische Art spannende Einblicke aus einer vertrauensvollen Patenschaft und weckten so das Interesse der Gäste.

Die anschließenden Fragen aus dem Publikum drehten sich um die rechtliche Situation der unbegleiteten Minderjährigen in Bamberg, um die Voraussetzungen einer Patenschaft und den zeitlichen Aufwand. Die Patenschaftskoordinatorinnen nannten nur eine Grundvoraussetzung: das regelmäßige gemeinsame Treffen während einer Patenschaft. So bilde sich Vertrauen, die Basis für eine bereichernde Freundschaft für alle Seiten. Jenni versichert: „Auch mit einem Vollzeitjob lässt sich die Patenschaft wunderbar kombinieren.“ Sie hat auch gleich noch einen praktischen Tipp für zukünftige Patenschaften: „Niemals satt zu den Treffen hingehen – Tee und Snacks gibt’s immer!“

Das große Interesse bei beiden Veranstaltungen freut die Patenschaftskoordinatorinnen – denn der Bedarf für Patenschaft ist hoch und wird in Zukunft eher steigen. Interessierte finden Informationen auf der Webseite von Freund statt fremd unter freundstattfremd.de/arbeitskreis-patenschaften/ und können Yvonne und Sylvie per Mail erreichen unter: patenschaft@freundstattfremd.de.