Freund statt fremd wirbt Mitstreiter auf der Mitmachbörse

3.Rund 50 Bürger informierten sich im Rahmen der Mitmachbörse über die Möglichkeiten, sich im Verein zu engagieren.
Rund 50 Bürger informierten sich im Rahmen der Mitmachbörse über die Möglichkeiten, sich im Verein zu engagieren.

Zur Mitmachbörse von Freund statt fremd am 12. November kamen deutlich mehr Interessierte als zuvor im Sommer. „Aber es ist weiterhin spürbar, dass das Thema Flüchtlingshilfe bei den Bürgern nicht mehr so präsent ist wie noch letztes Jahr“, erläutert eine der Organisatoren. Dabei, so sind sich die Leiterinnen und Leiter der Arbeitskreise einig, beginne nun der wichtigste Teil der Arbeit: die Integration der Geflüchteten mit Aufenthaltserlaubnis. Diese müssten nun Deutsch lernen, eine Wohnung und einen Job finden; die Kinder brauchen Nachhilfe bei den Hausaufgaben, damit sie irgendwann mit ihren neuen Klassenkameraden mithalten können.

Beratung ...
Beratung …

Grundsätzlich ist das Interesse zu helfen vorhanden: Circa 50 Menschen fanden sich im Heinrichsaal ein, um sich darüber zu informieren, wie sie sich beim Verein einbringen können. Für die meisten Menschen ist es jedoch schwierig einzuschätzen, wie viel Zeit sie für die ehrenamtliche Arbeit aufbringen können. Dabei gilt, dass auch diejenigen, die vielleicht weniger Zeit haben, gerne auch Aufgaben übernehmen können, die weniger zeitlichen Aufwand bedeuten. „Wer ein bis zwei Mal im Monat an den Freizeitaktivitäten oder im Café Willkommen des Vereins teilnehmen möchte, ist genauso willkommen wie jemand, der sich für eine intensive Patenschaft interessiert“, bestätigt die Leiterin eines Arbeitskreises.

... und Information
… und Information

Besonders das Patenschaftsprogramm und die Arbeitskreise Jobs und Wohnungen suchen Helfer, da die Geflüchteten mit Aufenthaltserlaubnis nun dringend arbeiten und eigenständig leben möchten. Freiwillige, die gerne Deutschnachhilfe geben wollen, werden ebenfalls stets gebraucht. Auch für andere Bereiche sucht der Verein weiterhin Helfer, wie zum Beispiel für den Transport von Möbeln. Denn die Geflüchteten haben keine Autos, mit denen sie sich um solche Angelegenheiten kümmern können. Die Liste der Arbeitskreise ist lang und jeder davon benötigt noch mehr Unterstützung.

Großes Interesses am Vortrag "Mein Aleppo - mein Syrien" von Safwat Raslan.
Großes Interesses am Vortrag “Mein Aleppo – mein Syrien” von Safwat Raslan.

Im Anschluss an die Mitmachbörse konnten rund 80 interessierte Gäste sich noch den Vortrag „Mein Aleppo – mein Syrien“ von Safwat Raslan anhören. Dank eines sechsmonatigen Intensivkurses sind seine Sprachkenntnisse bereits so gut, dass er den Vortrag problemlos auf Deutsch halten konnte. Er lebt in Essen und arbeitet bei einer Bank im Investmentbereich. Der Familienvater aus Aleppo erzählte auf humorvolle und offene Weise vom Leben in Syrien vor dem Konflikt. Im zweiten Part der Präsentation, in der es um die Geschehnisse des Krieges ging, gewährte er auch persönliche Einblicke in die Erfahrungen, die er machte, bevor er 2014 mit seiner Familie nach Deutschland floh. Seine abschließenden Worte spiegelten auch das Motto der Mitmachbörse wider: „Wir Syrer brauchen nur ein bisschen von eurer Hilfe, um uns zu integrieren – dann schaffen wir das.“

Text: Angela Dzida
Fotos: Monica Fröhlich / Simone Oswald