Die Kleiderkammer Jacke wie Hose hat ein neues Zuhause

Umzug
Umzug …

Anfang Oktober war es soweit: Geflüchtete aus der Region konnten zum ersten Mal in den neuen Räumlichkeiten der Kleiderkammer von Freund statt fremd nach passender Kleidung stöbern.

... ins neue Zuhause in der Neuerbstraße ...
… ins neue Zuhause …

14 Tage lang hatten freiwillige Helfer sowie Geflüchtete jeden Tag in den neuen Räumen geschuftet, um sie für die bevorstehende Eröffnung zu renovieren. Denn es gab viel zu tun: Die fleißigen Helferlein machten teilweise die Böden neu, strichen die Wände und bekämpften den Schimmel, der sich mancherorts festgesetzt hatte. Auch die Stadt Bamberg hat ihren Teil dazu beigetragen, indem sie dem Verein die Räume kostengünstig zur Verfügung stellt.

Die freiwilligen Mitarbeiter sind zufrieden mit dem Ergebnis. In den neuen Räumen fühlen sie sich wohler und die gespendete Kleidung kann leichter aufgeteilt werden. Auch für eine Spielecke fand man noch genügend Platz. Doch auch in der neuen Kleiderkammer sind die Lagermöglichkeiten  beschränkt. Momentan haben die Helfer zum Beispiel Sommersachen, die nicht dringend gebraucht werden, in anderen Räumlichkeiten verstaut.

... wo Jacke wie Hose ...
… wo Jacke wie Hose …

Wenn man sich in der Kleiderkammer umsieht und mit den Mitarbeitern spricht, merkt man schnell: Hier hat sich bereits eine echte Gemeinschaft gebildet. So betonen die freiwilligen Helferinnen Brigitte und Helgard, dass sie die Arbeit in der Kleiderkammer sehr gerne machen. „Trotzdem suchen wir dringend neue Helfer“, merken sie an. Alle engagieren sich neben ihrer regulären Arbeit  und haben deswegen nur wenig Zeit zur Verfügung. „Vor allem samstags, wenn die Kleiderspenden angenommen und sortiert werden, benötigen wir noch Hilfe!“ Außerdem mangele es für den anstehenden Winter noch an dicken Jacken und stabilem Schuhwerk, vor allem für Herren und Kinder.

Auch Geflüchtete unterstützen die Kleiderkammer, wo sie nur können. Abgesehen von den Helfern bei den Renovierungsarbeiten gibt es auch eine Gruppe von fünf bis sechs Geflüchteten, die regelmäßig bei Jacke wie Hose mithelfen. Sie passen auf, dass bei der Kleiderausgabe alles geregelt zugeht, und helfen bei der Verständigung und beim Sortieren. Dazu gehören unter anderem Telie und Rasho, ein jesidisches Ehepaar aus der Ukraine. Sie leben seit zwei Jahren in Deutschland und arbeiten seit einem Jahr in der Kleiderkammer. Sie freuen sich über die Möglichkeit, etwas beitragen zu können: „Wir wissen, wie schwierig es ist, wenn man kommt und nichts hat.“ Auch ihnen ist es so ergangen, als sie fliehen mussten. „Wir arbeiten hier gerne. Es ist schön, wenn man sieht, wie sich jemand über die Spenden freut, besonders Kinder!“, verraten sie. „An der Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen Helfern und Geflüchteten bei Jacke wie Hose wird deutlich, wie einfach Integration sein kann“, finden Brigitte und Helgard.

... ordentlich sortiert ihren neuen Platz finden ...
… ordentlich sortiert ihren neuen Platz finden …

Die Abgabe von Kleiderspenden ist aktuell immer samstags von 10 bis 12 Uhr möglich. Aufgrund der eigeschränkten Lagermöglichkeiten werden Spender gebeten, sich vorab per Mail an kleidung@freundstattfremd.de zu wenden. Dann erhalten sie die nötige Information, ob die angebotene Kleidung momentan benötigt wird. Oft herrscht ein Überangebot an Frauenkleidung, während immer Bedarf an Kleidung  für schlanke Männer vorhanden ist.

Text: Angela Dzida / Fotos: Helgard Schanz