Bayernweite Demo am 8.9.: Keine Ankerzentren, keine Massenlager!

Zum 1. August 2018 benannte die bayerische Staatsregierung alle bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen und Transitzentren in ANKER-Zentren um. Diese Massenlager beschleunigen keine Asylverfahren, verlängern aber die Unterbringungsdauer massiv, da alle Flüchtlinge dort zentral untergebracht werden. Gegen diese erneute Verschärfung der Asylpolitik in Bayern findet am 8. September 2018 eine bayernweite Demonstration in Bamberg statt. Sie startet um 13 Uhr mit einer Auftaktkundgebung vor dem ANKER-Zentrum (Birkenallee), führt gegen 14 Uhr zum Bahnhof und endet mit der Abschlusskundgebung ab 15 Uhr in der Innenstadt beim Gabelmann. Ab 16 Uhr wird es dann am Gabelmann ein Kulturprogramm geben.
In Regensburg wird um 12 Uhr eine Kundgebung mit anschließendem Infostand am Neupfarrplatz stattfinden. Am Augsburger Rathausplatz wird um 12.30 Uhr eine Protestperformance aufgeführt. Auch in Donauwörth und Ingolstadt wird es Aktionen geben.

Die beteiligten Organisationen, darunter der Bayerische Flüchtlingsrat, Freund statt Fremd, die Bamberger Mahnwache Asyl, das Netzwerk Bildung und Asyl, Solidarity4All, Matteo Kirche und Asyl e.V., das Bündnis gegen Abschiebelager Regensburg und der Augsburger Flüchtlingsrat, fordern die Schließung der Massenlager in Bayern, denn sie isolieren die Geflüchteten von der Gesellschaft und grenzen sie aus. Sie demoralisieren sie, begünstigen strukturell bedingte Gewalt- und Verzweiflungstaten und erschweren den Zugang zu elementaren Rechten. Die Unterbringung in Mehrbettzimmern ohne Privatsphäre, ohne Schule, Ausbildung, Arbeit oder Beschäftigung ist ein unwürdiger Zustand, der häufig viele Monate andauert. Die beteiligten Organisationen setzen sich für faire Asylverfahren statt Abschiebungen, Asylgrundrecht statt Abschottung, Menschlichkeit statt Abschreckung und Integration statt Ausgrenzung ein.

„Die Ziele dieser Massenlager sind ausschließlich Abschottung, Ausgrenzung und Abschiebung, Teilhabe und Integration sind nicht erwünscht“, kritisiert Martin Jansen von Freund statt Fremd, der die Demonstration mit organisiert. „Das Recht auf ein faires Asylverfahren wird unterlaufen, um die Abschiebequote zu erhöhen, ohne sich den Einzelfall genauer anzusehen.“

„Wir wollen, dass Menschen, die in ihren Ländern durch Verfolgung und Krisen bedroht sind, in Deutschland menschenwürdig untergebracht werden und ein faires Asylverfahren erhalten“, erklärt Thomas Bollwein vom Bayerischen Flüchtlingsrat. „Dies ist in den ANKER-Zentren unmöglich. Derartige Massenlager haben in einer humanen Gesellschaft nichts zu suchen. Sie taugen nicht für ein bundesweites Lagermodell!“


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