Bamberger Mahnwache Asyl: seit dreieinhalb Jahren für eine humanitäre Asylpolitik

Die Mahnwache auf dem Bamberger Maxplatz
Die Mahnwache auf dem Bamberger Maxplatz

Montag, 18:00 Uhr, Maxplatz, Bamberg. Zeit für die “Bamberger Mahnwache Asyl”. Dieser Termin ist längst zu einer asylpolitischen Instanz geworden, die nicht nur einen festen Platz im Bamberger Veranstaltungskalender einnimmt. Das über Jahre hinweg große Interesse an der wöchentlich stattfindenden Protestkundgebung beweist, dass eine humanitäre Asylpolitik auf der politischen Agenda der Bamberger Bürgerinnen und Bürger ganz weit oben steht.

“Bamberger Mahnwache Asyl” goes Podcast

Seit dreieinhalb Jahren gibt es die „Bamberger Mahnwache Asyl“ nun schon. Und selbst unter den schwierigen Covid-Bedingungen haben es die Veranstalter – Freund statt fremd, das Netzwerk Bildung und Asyl und die Interreligiöse Fraueninitiative, Bamberg – geschafft, aktiv zu bleiben und weiter zu mahnen. So verlegten die Organisatoren die Mahnwache während der Lockdown-Phase kurzerhand in die digitale Welt und informierten die Menschen “kontaktlos” über einen Podcast zu aktuellen Migrationsfragen. Heute trifft man sich aus Platzgründen nicht mehr am Gabelmann, sondern auf dem Maxplatz – bis auf Weiteres. Denn dort lassen sich die Abstandsregeln besser einhalten.

Kritisches Korrektiv der Flüchtlingspolitik

Ziel der dreißigminütigen Mahnwachen ist es, als kritisches Korrektiv der deutschen, europäischen aber auch der regionalen Flüchtlingspolitik zu fungieren. Die Beteiligten unterbreiten konstruktive Vorschläge, wie es die Asylpolitik hierzulande besser machen kann. Das macht die Initiative, gemeinsam mit Geflüchteten, Redner*innen, Musiker*innen, Slammer*innen und anderen Künstler*innen, die sich bisher an über 120 Mahnwachen aktiv beteiligten, eindrucksvoll deutlich.

Auch Unterstützung von bekannten Persönlichkeiten

Bamberger Mahnwache Asyl - Frederike Droessler berichtet über Moira
Bamberger Mahnwache Asyl – Frederike Droessler berichtet über Moira

In zahllose Beiträgen wurden Unterstützungskampagnen initiiert, Proteste und Forderungen formuliert, Solidaritäts-Aktionen ins Leben gerufen und auf Einzelschicksale hingewiesen. So auch Frederike Drössler. Die Flüchtlingshelferin sprach am 12. Oktober zu den Zuhörer*innen der Mahnwache und berichtete von ihren Erlebnissen und Erfahrungen, die sie während der Arbeit für ihre private Hilfsinitiative im Flüchtlingslager Moira gemacht hat. Aber es gab auch Ansprachen von bekannten Persönlichkeiten wie Heinrich Bedford-Strohm, Heinz Ratz und Wolfgang Buck. Ihre Botschaft: der kontinuierliche Protest muss weiter gehen,  Bamberg und seine Bevölkerung lassen Geflüchtete nicht im Stich. Nach diesem Motto wird  sich die Mahnwache auch in Zukunft weiter für Menschenrechte und für eine humanitäre Asylpolitik einsetzen. Immer montags, ab 18:00 Uhr, für 30 Minuten auf dem Maxplatz.