Viele bemühen sich bereits seit Jahren vergeblich um eine eigene Wohnung – mit Unterstützung von Beratungsstellen, Ehrenamtlichen und Projekten. Doch jetzt wird es existenziell, denn wenn sie in Bamberg keine Wohnung finden, droht ihnen die Umverteilung in einen anderen Landkreis. Und das wäre für die betroffenen Familien und Einzelpersonen, insgesamt rund 90 Personen, persönlich besonders schlimm, denn sie haben sich in Bamberg mühsam ihren Lebensmittelpunkt aufgebaut.
Wenn aus einem Umzug ein Neuanfang werden müsste
Freund statt fremd engagiert sich deshalb besonders intensiv im Bereich der Wohnungsvermittlung und sucht Wohnungen für Familien unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichen Miethöhen. „Eine Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnung kann ebenso hilfreich sein wie eine größere Familienwohnung“, erklärt Vorstandsmitglied Simone Oswald. „Einige Familien haben im Rahmen des WoFA-Projekts Wohnraum für Alle bereits einen Mietführerschein absolviert, der ihnen allerlei Kenntnisse über Rechte und Pflichten in einem Mietverhältnis vermittelt und worauf beim selbstständigen Wohnen zu achten ist.“
Oswald skizziert die Situation: Besonders schwierig wäre eine Umverteilung für Familien mit Kindern, die in Bamberg zur Schule oder in die Kita gehen. Doch auch die Erwachsenen haben sich ein soziales Netzwerk aufgebaut und Kontakte geknüpft. Für diejenigen, die inzwischen Arbeit gefunden haben, könne eine Umverteilung zusätzlich ganz konkrete Folgen haben: „Liegt der neue Wohnort weit entfernt, ist der bisherige Arbeitsplatz möglicherweise nicht mehr erreichbar. Dann droht genau das verloren zu gehen, was nach Jahren des Ankommens erreicht wurde: die berufliche Integration und die eigene finanzielle Selbstständigkeit.“
Unterstützung bei Vermietung
Der Verein appelliert nun an private Vermieter:innen und Wohnungsbesitzer:innen, sich einen Ruck zu geben: „Vielleicht haben Sie eine Wohnung, die frei wird. Vielleicht kennen Sie jemanden, der überlegt, seine Wohnung zu vermieten. Oder vielleicht haben Sie bisher einfach noch gezögert, an eine geflüchtete Familie zu vermieten.“ Simone Oswald sichert den Vermieter:innen Unterstützung zu: „Wir unterstützen bei den notwendigen Unterlagen, bei Fragen und bei der Kontaktaufnahme und begleiten den Prozess.“ Welche Wohnung für welche Familie geeignet ist, würde individuell geprüft. Die Projektmitarbeiterinnen seien an allen Lösungsmöglichkeiten interessiert und stünden bei Fragen und Bedenken zur Seite.
Freund statt fremd e. V. / Projekt WoFA – Wohnraum Für Alle
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