Interkulinarisches Kochen mit Clara

Das interkulinarische Kochen ist zwischenzeitlich zu einem beliebten Treffpunkt für Fans des „guten Geschmacks“ geworden. Dieses Mal bereiteten die „Freunde“ unter der Anleitung von Clara ein vegetarisches Drei-Gänge-Menü zu.

Clara ist 16 – und hat bemerkenswert klare Vorstellungen vom Kochen und vom Leben. „Ich esse und koche aus ethischen Gründen vegetarisch.“ Klare Ansage. Aber es geht noch klarer. Und zwar so: „Ich koche nie nach Rezept“, sagt die sympathisch-konsequente junge Frau mit den kurz geschorenen Haaren. Kreatives Kochen also; na dann, legen wir los.

Interkulinarisches Kochen mit 13 internationalen Küchenhilfen

Auberginen werden für den Curry-Gemüse-Reis in Würfel geschnitten.
Zucchinis, Paprika und Auberginen und Pilze werden für den Curry-Gemüse-Reis in Würfel geschnitten.

Das interkulinarische Kochen steht an diesem Abend weniger im Zeichen neuer Gerichte aus Asien, dem Orient oder Afrika, als vielmehr in der internationalen Zusammensetzung der Koch-Crew. Die Gruppe besteht aus insgesamt 13 Mit-Köchinnen und Mit-Köchen. Sie kommen aus Serbien, Italien, den USA und Deutschland.

Während es ans Schnippeln der Zucchinis, Paprika, Auberginen, Kartoffeln, Pilze, Zwiebeln, des Suppengemüses, der Karotten, der eingelegten Tomaten, der Äpfel sowie der Kräuter geht, referiert Clara über die z. B. zweifelhaften Lebensbedingungen von Hühnern in Legebatterien. Souverän argumentiert die 16-jährige vor ihren Zuhörern zu dem Wieso, Weshalb und Warum ihrer vor etwa eineinhalb Jahren getroffenen Entscheidung, sich ab sofort nur noch vegetarisch zu ernähren. Respekt.

Vegetarisches Menü

Interkulinarisches Kochen = Action in der Küche
Interkulinarisches Kochen = Action in der Küche

Heute Abend soll es deshalb auch ein vegetarisches Menü geben. Erster Gang: Kartoffel-Karotten-Linsensuppe, als zweiter Gang Curry-Gemüse-Reis und zum Abschluss ein veganer Apple-Crumble, sozusagen ein Apfel-Streuselkuchen.

Nach dem das Gemüse für den Curry-Gemüse-Reis in kleine Würfel geschnitten wurde, werden Paprika, Auberginen, Zucchini, Pilze und Zwiebeln in einem riesigen Wok gebraten. Und so begegnet man beim interkulinarischen Kochen interessanten Menschen wie Lola und Lena. Die beiden Studentinnen aus Serbien gewährleisten unter stetigem Umrühren das optimale Garen der Zutaten des Hauptgangs.

Gelegenheit, sich dabei mit den beiden Nachwuchs-Akademikerinnen zu unterhalten. „Ich studiere jetzt bereits im vierten Semester in Bamberg“, sagt Lena. Sie kann mit dem Erasmus-Programm hierher – und ist geblieben. Zwischenzeitlich ist sie als reguläre Studentin der Germanistik an der Uni Bamberg eingeschrieben. Lola, ist dagegen erst seit Kurzem hier, ebenfalls als Erasmus-Studentin. „Uns gefällt es sehr in Bamberg“, sagt die 20-jährige. Der Kontakt zu Freund statt fremd sei über die italienische Mitköchin Anna zu Stande gekommen. „So sind wir heute Abend hier beim Kochen gelandet.“ Und wie steht es mit vegetarischer Ernährung? „Die serbische Küche ist schon sehr fleischlastig. Da ist das heute Abend hier mal was anderes“, sagt Lena, die auch versucht, immer öfter auf Fleisch zu verzichten.

Wer mag, trinkt ein russisches Bier dazu

Zu Tisch bitte
Zu Tisch bitte

Bereits nach etwas über einer Stunde bittet Clara zu Tisch. Gute, leckere und gesunde Gerichte können eben auch schnell zubereitet werden. Wer mag, trinkt ein russisches Bier zum Essen, bei dem über Gott und die Welt gequatscht wird – ein gutes Zeichen, dass alle mit dem Kochabend mehr als zufrieden waren und dass Claras vegetarisches Drei-Gänge Menü hervorragend geschmeckt hat.

Vielen Dank, Clara, gerne wieder 🙂

Nächstes interkulinarisches Kochen am 16. März

Das nächste interkulinarische Kochen findet am 16. März, um 17:30 Uhr statt. Was zu diesem Termin gekocht wird, steht noch nicht fest. Dazu hält der Terminkalender auf dem Laufenden. Freund statt fremd freut sich auf Euch! Anmeldungen unter cafelui20@freundstattfremd.de

Text & Fotos: Enno Jochen Zerbes

Einmal im Monat findet das interkulinarische Kochen von Freund statt fremd statt. Dabei werden die unterschiedlichsten Rezepte gekocht, die vor allem von Geflüchteten aus ihren Heimatländern, manchmal aber auch von Bambergerinnen und Bambergern ausgewählt und zusammen mit interessierten Mit-Köchinnen und Mit-Köchen im Lui20 zubereitet werden. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.