Lust auf Demokratie machen!

In einem fremden Land fällt es schwer, sich zurechtzufinden. Erst recht, wenn Politik dort anders funktioniert als in der Heimat und man nicht das Gefühl hat, sich beteiligen zu können. “Next Step: Democracy!” heißt das bundesweit erste Planspiel für junge Geflüchtete. Es vermittelt ihnen die Grundlagen der deutschen Demokratie auf dem Gebiet der kommunalen Selbstverwaltung, macht Demokratie handlungsorientiert erlebbar, vermittelt Wissen und motiviert dazu, sich zu engagieren. Das Planspiel wurde vom Verein „Politik zum Anfassen e.V.“ aus Hannover entwickelt und umgesetzt.

Vom 26. bis zum 28.10.2020 fand das Planspiel “Next Step: Democracy!” im Lui20 statt. In Kooperation mit der Berufsschule II und der Berufsfachschule für Altenpflege der Caritas-Diakonie nahmen 20 Schüler*innen im Alter zwischen 17 und 24 Jahren aus dem Bereich der Pflege am Planspiel teil.

An den drei Nachmittagen lernten die Schüler*innen den Unterschied von Bund, Land und Kommune kennen und bekamen einen Einblick in die kommunale Selbstverwaltung. Sie entwickelten eigene Ideen zu den Themenfelder Integration, Sprache, Gesellschaft, Ankommen und formulierten diese in Anträgen. Dabei bekamen sie Unterstützung von den Stadträt*innen Tamarra Pruchnow und Leonie Pfadenhauer (beide von der GAL) sowie Klaus Stieringer (SPD).

Im Rahmen einer fiktiven Ratssitzung wurden die Anträge, Beschlussvorschläge und Begründungen diskutiert und abgestimmt. Auf der Agenda standen z. B.: mehr Radwege, bessere Busverbindungen, Computerkurse, mehr Zimmer und Badezimmer in Flüchtlingsheimen, bezahlbaren Wohnraum, Kulturzentrum …

Am letzten Tag des Planspiels ging es um die konkrete Umsetzung der Anträge. Die Teilnehmer*innen überlegten, welche Schritte gegangen werden müssen, um ihre Ideen in die Tat umsetzen zu können, und erarbeiteten dafür ein Handlungskonzept. 

Das siebenköpfige Team des Vereins „Politik zum Anfassen e. V.“ machte den jungen Menschen Lust auf Demokratie und animierte sie dazu, sich aktiv in unterschiedlichen Projekten zu engagieren.

Text und Bilder: Judith Siedersberger